Workshops

Donnerstag, 11. März 2021, 11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 1: Geburt und Trauma
Leitung: Annekathrin Bergner (Berlin), Nina Siedentopf (Berlin)
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Workshop 2: Die Patientin in der palliativen Situation am Lebensende
Leitung: Peter Thuss-Patience (Berlin), Johann Ahn (Berlin)
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Donnerstag, 11. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 3: "Gespendete" Elternschaft: Samen- und Eizellenspende, Leihmutterschaft u.a. aus psychosomatischer Sicht
Leitung: Petra Thorn (Mörfelden), Julka Weblus (Berlin)
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Workshop 4: Psychopharmakologische Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit
Leitung: Marlies Onken (Berlin), Eva Brandl (Berlin)
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Freitag, 12. März 2021, 11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 5: Die Patientin mit somatoformer Schmerzstörung
Leitung: Friederike Siedentopf (Berlin), Christian A. Brünahl (Hamburg)
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Workshop 6: Die verunsicherte Schwangere
Leitung: Wolf Lütje (Hamburg), Stephanie Struthmann (München), Claudia  Schumann (Northeim)
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Freitag, 12. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 7: Ignaz Semmelweis – Arzt, Held, Märtyrer: Eine psychoanalytische Interpretation seines filmischen Images
Leitung: Vivian Pramataroff-Hamburger (München), Andreas Hamburger (München)
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Workshop 8: Ambivalenzen beim Schwangerschaftsabbruch
Leitung: Jana Maeffert (Berlin), Jette Brünig
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Samstag, 13. März 2021, 12.00 - 13.30 Uhr

Workshop 9: Die "schwierige" Patientin
Leitung: Christine Klapp (Berlin), Jalid Sehouli (Berlin)
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Workshop 10: Wissenswertes für die Praxis bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Leitung: Nicole Gehrmann (Berlin)
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Abstracts

Donnerstag, 11. März 2021, 11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 1: Geburt und Trauma
Leitung: Annekathrin Bergner (Berlin), Nina Siedentopf (Berlin)

Unerwartete Komplikationen im Verlaufe der Geburt eines Kindes, lebensbedrohliche Momente für Mutter und Kind oder der Verlust des Kindes unter der Geburt können bei den Gebärenden ein Erleben des Ausgeliefertseins, großer Ohnmacht und Todesängste auslösen und hinterlassen oft tiefe Spuren. Gefühle der Betäubung und des Versagens überschatten dann häufig die erste seelische Bindung an das Neugeborene. Viele der Frauen fühlen sich mit ihren Erlebnissen allein gelassen. Ungefähr ein Drittel der Frauen entwickelt nach traumatischen Geburtsverläufen Traumafolgestörungen. GeburtshelferInnen sind ebenso betroffen von solchen dramatischen Ereignissen im Kreissaal, was auch bei ihnen mit Risiken für ihre körperliche und seelische Gesundheit einhergeht.

Wann wird eine Geburt als traumatisierend erlebt? Welches sind die körperlichen und seelischen Folgen traumatischer Geburtserlebnisse? Wie hilfreich und einfühlsam können wir den Frauen in unserem Krankenhaus, in der Frauenarzt-, Hebammen- oder Psychotherapiepraxis begegnen? Wie gehen wir Geburtshelfer mit traumatischen Geburtsverläufen und deren Folgen um? Im Workshop wird eine Einführung zu Fragen der Diagnostik und Behandlung von Traumafolgestörungen nach der Geburt gegeben. Das Erkennen potentiell traumatisierender Situationen im Kreissaal, die Diskussion hilfreicher Interventionen und Formen der Psychoprophylaxe für Geburtshelferinnen sollen im interdisziplinären Erfahrungsaustausch vertieft werden.
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Workshop 2: Die Patientin in der palliativen Situation am Lebensende
Leitung: Peter Thuss-Patience (Berlin), Johann Ahn (Berlin)

Abstract ist leider noch nicht abrufbar.
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Donnerstag, 11. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 3: "Gespendete" Elternschaft: Samen- und Eizellenspende, Leihmutterschaft u.a. aus psychosomatischer Sicht
Leitung: Petra Thorn (Mörfelden), Julka Weblus (Berlin)

Zwar fehlen belastbare Zahlen, doch scheinen auch in Deutschland immer mehr Wunscheltern, eine Familienbildung mit „gespendeter“ Elternschaft umzusetzen). Hierzu gehören nicht nur heterosexuelle, sondern auch homosexuelle und alleinstehende Personen. Diese Formen der Familienbildungen sind hochkomplex, da mehrere Personen eingebunden sind und dies Fragen zu den Familiengrenzen aufwirft: Wer gehört mit welcher Rolle zur Familie? Wie verhält sich dies, wenn z.B. der Spender oder die Leihmutter den Eltern bekannt sind? Wie kann ein Kind altersgemäß aufgeklärt werden und wie verhalten sich die Eltern in ihrem sozialen Umfeld? Hinzu kommt, dass manche dieser Behandlungen in Deutschland unter Strafe stehen und dies Fragen für die Zulässigkeit der medizinischen Begleitung und für die psychosoziale Beratung aufwirft. Diese und andere Aspekte sollen im Workshop dargestellt und gemeinsam diskutiert werden.

Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Beiträge!
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Workshop 4: Psychopharmakologische Behandlung in Schwangerschaft und Stillzeit
Leitung: Marlies Onken (Berlin), Eva Brandl (Berlin)

Während einer bestehenden oder geplanten Schwangerschaft ist eine notwendige psychopharmakologische Behandlung oft mit besonderen Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Im Mittelpunkt steht häufig die Frage, ob eine Substanz bei intrauterin exponierten Kindern das Risiko für Fehlbildungen erhöht oder ob unerwünschte Langzeiteffekte zu befürchten sind. Auch bei postpartalen psychischen Erkrankungen bestehen bei vielen Patientinnen und auch bei den behandelnden Ärzt*innen häufig große Sorgen, dass Psychopharmaka für gestillte Kinder schädlich sind.  Während der gesamten Schwangerschaft sowie postpartal ist eine engmaschige Betreuung der Patientinnen notwendig, um sie bei den anstehenden Entscheidungen zu beraten, Frühwarnsymptome zu erkennen und Krisen rechtzeitig entgegenwirken zu können. Der Workshop vermittelt die Prinzipien der Nutzen-Risiko-Abwägung für die Behandlung mit Psychopharmaka während der Schwangerschaft und Stillzeit und stellt anhand exemplarischer Kasuistiken Beratungsstrategien sowie Möglichkeiten des peripartalen Managements vor.
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Freitag, 12. März 2021, 11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 5: Die Patientin mit somatoformer Schmerzstörung
Leitung: Friederike Siedentopf (Berlin), Christian A. Brünahl (Hamburg)

Der Umgang mit Schmerzsyndromen, v.a. mit dem chronischen Unterbauchschmerz, ist unverändert eine Herausforderung in der gynäkologischen Praxis. Doch auch wenn die Bedürfnisse betroffener Frauen besondere Anforderungen an Zeitmanagement und ärztliche Kunst stellen: Ein professioneller, empathischer, angstfreier Umgang mit Schmerzpatientinnen ist gar nicht so schwer und zahlt sich aus - gerade innerhalb der frauenärztlichen Praxis.

Im Workshop wollen wir über das Vorgehen bei Patientinnen mit dem Phänomen "Schmerz" nachdenken; das Erheben einer strukturierten Anamnese besprechen (einschließlich der Identifikation von Schutzfaktoren, Risikofaktoren und gelegentlicher Überweisungsgründe in eine reguläre Psychotherapie) sowie verschiedene Gesprächsführungstechniken und psychotherapeutische Interventionen (vor allem im Umgang mit Konflikten, Krisen und Tabus) kennenlernen.
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Workshop 6: Die verunsicherte Schwangere
Leitung: Wolf Lütje (Hamburg), Stephanie Struthmann (München), Claudia  Schumann (Northeim)

Wer hätte gedacht, dass so natürliche Vorgänge wie Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett eine so vielschichtige und konfliktreiche kulturelle Neu-Deutung erfahren. Gute Hoffnung und Zuversicht mussten einer tiefen Verunsicherung aller Beteiligten weichen. Ausgehend von dieser Grundannahme möchten wir auf der Basis von drei  kurzen Inputs in einen lösungsorientierten Diskurs treten. Ausgehend von dem Gesundheitsziel der Förderung der physiologischen Geburt versuchen wir uns der Thematik  salutogenetisch und biopsychosozial auch anhand von Bestpractice-Beispielen zu nähern. Dabei möchten wir  darauf fokussieren, in wieweit die gängigen Konzepte der Betreuung wirklich mehr Sicherheit und bessere Ergebnisse bringen, welche Rolle der Verlust an sozialen Netzwerken und kooperativen, interprofessionellen Versorgungkonzepten spielt und wie wir  Familien personalisiert entlasten können. Nicht zuletzt ist Selbsterfahrung bei den betreuenden Fachleuten/Geburtshelfer*innen gefragt ,um den Umgang mit eigenen Ängsten und Katastrophisierungstendenzen zu erkennen und zu begegnen.
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Freitag, 12. März 2021, 16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 7: Ignaz Semmelweis – Arzt, Held, Märtyrer: Eine psychoanalytische Interpretation seines filmischen Images
Leitung: Vivian Pramataroff-Hamburger (München), Andreas Hamburger (München)

Wenn wir Filme sehen, tauchen wir in eine andere Welt – die Welt der Illusion. Illusion, das sagt schon der Begriff, ist auch Verblendung, eine falsche Wahrnehmung der Wirklichkeit. Während Märchen, Legenden und Mythen gezielte Lesarten der Wirklichkeit mit Worten artikulieren, lassen wir uns im Kinosaal umso lieber verführen zu glauben, was wir (vermeintlich) sehen. Dazu dienen die ausgefeilten Mittel der Filmkunst, Musik, Licht, Schnitt und Schauspiel.

Wenn Filme historische Personen, ihre Biografien und Lebensumstände darstellen, ist das nie eine „Abbildung“, sondern immer eine Konstruktion. Sie folgt den ästhetischen, gesellschaftlichen und ideologischen Fragestellungen der Zeit, in der das Porträt gezeichnet wird.

Über Ignaz Semmelweis (1818-1865) sind zahlreiche Filmporträts gedreht worden, darunter mindestens sechs Spielfilme, aber auch Dokumentations- und Aufklärungsfilme.

Im Filmseminar wollen wir aus filmpsychoanalytischer Sicht an Ausschnitten diskutieren, welche bewussten und unbewussten Reaktionen die Darstellung des Helden jeweils im Publikum auslöst. Besonders wird es uns darum gehen, wie unterschiedlich die Geschichte seines Lebens – und die dramatischen Umstände seines Todes – dargestellt wurden, bis hin zur völligen Umdichtung.

Behandelt werden unter anderem:

1. That Mothers Might Live (US 1938, Kurzfilm)
2. SEMMELWEIS – RETTER DER MÜTTER“ (DDR 1950; Spielfilm)
3. SEMMELWEIS (I 1981; zweiteiliges Fernsehspiel, RAI)
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Workshop 8: Ambivalenzen beim Schwangerschaftsabbruch
Leitung: Jana Maeffert (Berlin), Jette Brünig

Ungeplante Schwangerschaften gehören zur Realität von Frauen, Paaren und damit auch ihrer Gynäkolog*innen.  

Jeder Schwangerschaftsabbruch (SAB) wird von den Betroffenen unterschiedlich bewertet. Manche Schwangere sind in ihrer Entscheidung ambivalent, manche nicht. Fast alle aber spüren das gesellschaftliche Stigma, mit dem der Entschluss zur Beendigung einer Schwangerschaft belegt ist.

Nur etwa 10-20% aller Gynäkolog*innen bieten diese Leistung in ihrer Praxis an. Diese Zahl nimmt seit langem stetig ab.

In diesem Workshop möchten wir uns zum einen der Frage widmen, warum der SAB ein so schwieriges Thema unter Gynäkolog*innen ist.

Wo liegen die eigenen Ambivalenzen?

Zweitens besprechen wir die selteneren Fälle des späteren SAB bei gewollten Schwangerschaften, meistens nach pränataler Diagnose, die als besonders belastend empfunden werden.

Wo liegen hier unsere eigenen Grenzen und wie gehen wir damit um?

Gerne können die Teilnehmer*innen im Vorfeld Wünsche zu Schwerpunkten äußern.
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Samstag, 13. März 2021, 12.00 - 13.30 Uhr

Workshop 9: Die "schwierige" Patientin
Leitung: Christine Klapp (Berlin), Jalid Sehouli (Berlin)

Schwierige Patientinnen sind eine Herausforderung – manchmal für den ganzen Behandlungsverlauf in Klinik und Praxis. Sie lösen negative Gefühle beim Gegenüber aus, die die Versorgung und Behandlung - und nicht zuletzt auch die Arbeitszufriedenheit beeinträchtigen können.

Gemeinsame Definition: Was ist bei der Patientin „schwierig“? Wie kann man das Verhalten verstehen und damit professionell umgehen? Wie kann man eine fehllaufende Kommunikation noch retten?

Anhand von drei kurzen Fallbeispielen – die Patientin, die andere Ärzte schlecht macht; die Patientin, die Non-Compliance zeigt; die unzufriedene Patientin – mit einer Simulationspatientin in Szene gesetzt, suchen und finden wir gemeinsam Lösungswege.

Dabei werden einfache Kommunikationsmodelle für den medizinischen Alltag wie z.B. Aktives Zuhören und das CALM- Modell etc. mit eingesetzt

Eigene Fallbeispiele der Teilnehmer*innen sind sehr willkommen und können ebenfalls kurz angespielt werden.

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Workshop 10: Wissenswertes für die Praxis bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen
Leitung: Nicole Gehrmann (Berlin)

Immer wieder erschüttern uns schreckliche Fälle von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen. Es sind Fälle die uns fassungslos und wütend machen. Eine genaue Angabe darüber, wie häufig sexueller Missbrauch von Kindern vorkommt, ist nicht zu treffen. Ein Grund dafür ist die hohe Dunkelziffer in diesem Bereich. Zusammenfassend ist zu sagen, dass sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen ein deutlich weiter verbreitetes Problem darstellt, als polizeiliche Statistiken vermuten lassen.

Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen umfasst ein breites Spektrum verschiedenster sexueller Übergriffe zu denen sowohl invasive, penetrierende Gewalt (Vergewaltigung) zählt, als auch nicht invasive Handlungen ohne Körperkontakt. Meist handelt es sich um eine chronische sexualisierte Beziehung zwischen vertrauten, nahen Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld und dem Opfer, die sich über Monate und Jahre hinziehen kann.

Der Workshop vermittelt einen Überblick über die medizinischen Aspekte- Möglichkeiten und Grenzen. Wir beginnen mit einer Einführung in die Thematik, Anamnese, medizinische Untersuchung und den anogenitalen Befunden. Welche Rolle haben wir als „Körperspezialisten“? Wie können wir therapeutische Botschaften in den diagnostischen Prozess integrieren? Kommt es durch die medizinische Untersuchung zu einer Viktimisierung?  Was bedeutet eine multiprofessionelle Zusammenarbeit?
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