Workshops

Donnerstag, 12. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 1: Psychohygiene durch Interaktionelle Fallarbeit
Leitung: Uta Pietsch (Jena)

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Workshop 2: Gynäkologisch-psychosomatische Expertise und Resonanzerleben in Begegnungen - gelingt wie?
Leitung: Sophia Holthausen-Markou (Hannover)

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16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 3: Halten, Handeln, Aushalten - Psychoonkologie im klinischen Alltag
Leitung: Jessica Groß (Berlin)

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Freitag, 13. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 4: Frühe Hilfen – Kooperation von Gesundheitssystem und Kinder- und Jugendhilfe
Leitung: Yvonne Hoyer-Bachmann (Jena)

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Workshop 5: Sexuelle Probleme nach sexueller Gewalt
Leitung: Melanie Büttner (München)

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16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 6: Selbstverletzendes Verhalten junger Mütter
Leitung: Juliane Bohla (Mühlhausen)

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Workshop 7: "Wolke 9" - Psychoanalystische Filminterpretation
Leitung: Swetlana Philipp (Jena)

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Samstag, 14. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 8: Nationales Gesundheitsziel "Gesund rund um die Geburt" - wo stehen wir heute und wo wollen wir hin?
Leitung: Ulrike Hauffe (Bremen), Claudia Hellmers (Osnabrück)

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Workshop 9: Die vaginale Untersuchung - Eingriff mit Respekt
Leitung: Colette Gras (Hamburg), Claudia  Schumann (Northeim)

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Abstracts

Donnerstag, 12. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 1: Psychohygiene durch Interaktionelle Fallarbeit
Leitung: Uta Pietsch (Jena)

In dem Workshop wird die Grundidee der interaktionellen Fallarbeit kurz vorgestellt und dann zur Demonstration eine IFA-Gruppe mit den anwesenden Teilnehmern durchgeführt. Daher sollten die Workshop-Teilnehmer die persönliche Bereitschaft mitbringen, in der Gruppe mitzuarbeiten und sich zu äußern, ggf. auch einen eigenen Fall vorzustellen. Ideal sind zudem Kreativität und Spielfreude.

Wesentlich ist eine vertrauensvolle Gruppenatmosphäre, die Einhaltung der Gruppenregeln und insbes. der Schweigepflicht.

IFA ist ein spezielles Konzept verhaltenstherapeutischer Gruppenarbeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berufen, in denen die Beziehungsgestaltung wesentlich zum Gelingen der beruflichen Anforderungen beiträgt. Da sich das Konzept aus der Bearbeitung der Therapeut-Patient-Beziehung entwickelt hat, hat die Arbeit in diesen Gruppen die interaktive Therapeut-Patient-Beziehung primär zum Gegenstand.

Sie dient dem Ziel, die interaktionelle Kompetenz praktisch tätiger Therapeuten durch die Reflektion und Veränderung der therapeutischen Beziehungsgestaltung zu erhöhen.

Die damit verbundene Struktur der Gruppenarbeit kann auf andere analoge Fälle übertragen werden. Daher ist das Konzept auch für andere Berufsgruppen sinnvoll anwendbar, um deren Beziehungskompetenz zu verbessern.

Die Arbeit erfolgt mittels Gruppeninteraktionen und unter dem vorrangigen Einsatz verhaltenstherapeutischer Methoden. Typische Themen für IFA-Gruppen sind schwierige Beziehungssituation, ein stockender Fortgang der gemeinsamen Arbeit und emotionale Belastungen.

Ziel ist die emotionale Entlastung des Fallvorstellers und die Ermöglichung einer Neuorientierung. Relevant dafür ist der Ebenenwechsel z.B. durch Gruppenskulptur, Rollenspiel, Bilder, Symbole.

IFA-Gruppen sollten eine Größe von ca. 8 Personen und die Gruppensitzung den Umfang einer Doppelstunde (90 Minuten) haben.

(siehe auch Veröffentlichungen des Verbandes für Integrative Verhaltenstherapie e.V.)

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Workshop 2: Gynäkologisch-psychosomatische Expertise und Resonanzerleben in Begegnungen - gelingt wie?
Leitung: Sophia Holthausen-Markou (Hannover)

Auf dem Hintergrund  vieler unterschiedlich herausfordernder und im Vorfeld nicht planbarer Situationen in Gynäkologie und Geburtshilfe, mit denen uns unsere Patientinnen sowohl in der Klinik alsauch in der Praxis konfrontieren, ist es wesentlich, ein Haltung zu Qualitäten wie Unvorhersehbarkeit, Unberechenbarkeit, Widersprüchlichkeit, Unverfügbarkeit, Überraschung und bisweilen wechselnden Gefühlen und Bestrebungen unserer Patientinnen und/oder ihrer Partner/Familie  einzunehmen.

Dabei ist nicht nur unser Fachwissen gefragt, sondern darüber hinaus Fähigkeiten wie Sich Einlassen und Improvisieren Können, in Resonanz Sein und Vermittlung von Zuversicht.

Anhand Ihrer mitgebrachten Kasuistiken von “schwierigen” und auch von “gelungenen” Verläufen wollen wir im Kurs gemeinsam erarbeiten, wie es gelingen kann, flexibel, wirksam und im Kontakt mit uns selbst auf unterschiedlichste Persönlichkeiten und Situationen uns so einzulassen zu können, dass sowohl unsere Patientin alsauch wir bereichert aus den jeweiligen Begegnungen hervorgehen.

Die daraus resultierenden “Früchte” können konstruktive Entscheidungs- /Entwicklungsprozesse sein durch Stärkung von gesellschaftlich und individuell enorm relevanten Qualitäten wie Feinfühligkeit, Vertrauen und Zuversicht.

Gewachsene Resilienz vermag sekundär Beziehungen zu stärken, Sicherheitserleben zu erhöhen, kann Selbstwirksamkeit fördern und nicht zuletzt in unterschiedlichen Lebensphasen (weibliches) Identitätserleben bereichern.

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16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 3: Halten, Handeln, Aushalten - Psychoonkologie im klinischen Alltag
Leitung: Jessica Groß (Berlin)

Viele von uns kennen das:  Es werden doch die Tumormarker entgegen der Leitlinie bestimmt, CT Untersuchung angesetzt, die keine klinische Konsequenz hätten oder Chemotherapie bei Patientinnen im Sterbeprozess verabreicht. Wie kommt es dazu? Wie erleben wir diese Situationen als Ärzt/innen, welchen Druck empfinden wir von Seiten der Patientinnen und ihrer Angehörigen, was treibt uns selbst dazu?

Als  Ärzt/innen liegt unsere Rolle in der onkologischen Versorgung von Patientinnen primär im Bereich des medizinischen Handels  – das ist sinnvoll in Diagnostik, Therapie und in der palliativen Versorgung.  Dieses medizinische Handeln kann aber sowohl für uns als auch für Patientinnen und Angehörige ein Mittel sein, um das Erleben von Emotionen zu vermeiden.

Im Unterschied zu Psycholog/innen liegt der Fokus von Ärzt/innen üblicherweise im praktischen Diagnostizieren und Behandeln der somatischen Seite der Krebserkrankung sei es medikamentös oder operativ – darin liegt eine Chance und eine Gefahr.  Durch das körperliche Behandeln entsteht eine besondere Bindung zu den Patientinnen, diese können wir kommunikativ nutzen. Medizinischer Aktivismus kann aber auch dazu genutzt werden, Trauer, Hoffnungslosigkeit und Angst nicht erleben zu müssen.

Müssen wir es einfach „aushalten“ auch mal nichts zu tun? Der Angst der Patientinnen, ihrer Angehörigen und unserer eigenen Angst und Hoffnungslosigkeit ins Gesicht zu sehen? Oder ist „nichts tun“ viel mehr?

Den Gefühlen von Patientinnen Raum zu geben, kann unter Bezugnahme auf das psychoanalytische Konzept des Containing als haltender Beziehungsprozess verstanden werden, der es Patientinnen erlaubt Schmerz, Trauer und Verzweiflung spüren und verarbeiten zu können.  Vor dem Hintergrund der aktiven Haltung als medizinisch handelnden Ärzt/innen erscheint dies manchmal als rein passives Aushalten, ist jedoch ungleich mehr und stellt eine andere Ebene des therapeutischen Handels dar. 

In diesem Workshop soll die Interaktion mit onkologischen Patientinnen im Alltag von Praxis und  Klinik auch anhand konkreter Fallbeispiele reflektiert werden,  um das eigene Handlungsspektrum wahrnehmen und erweitern zu können.  Das Einbringen von eigenen Erfahrungen und Fallbeispielen ist willkommen.

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Freitag, 13. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 4: Frühe Hilfen – Kooperation von Gesundheitssystem und Kinder- und Jugendhilfe
Leitung: Yvonne Hoyer-Bachmann (Jena)

Frühen Hilfen sind Beratungs- Unterstützungs- und Hilfsangebote für Familien, ab Beginn der Schwangerschaft bis zum vollendeten 3. Lebensjahr. Sie dienen der Verbesserung der Entwicklungsmöglichkeiten und dem gesunden Aufwachsen von Kindern.

Gute Arbeit im Bereich der Frühen Hilfen benötigt verschiedene Fachkräfte unterschiedlicher Professionen, die Hand in Hand miteinander arbeiten, voneinander wissen, sich ergänzen und die von und miteinander lernen. Um dies zu erreichen, gibt es seit 2012 in jeder Kommune und in jedem Landkreis ein „Netzwerk Frühe Hilfen" dessen Ziel es ist, Brücken zwischen den verschiedenen Hilfesystemen der Gesundheits- zur Kinder- und Jugendhilfe für Eltern zu bauen.

Dieser Workshop soll gelungene Praxisbeispiele präsentieren und gemeinsam diskutieren, wie die Verzahnung von Jugendhilfe und Gesundheitshilfe im Bereich der präventiven Unterstützung ausgebaut werden kann für ein starkes und tragfähiges Netz für unsere Familien!

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Workshop 5: Sexuelle Probleme nach sexueller Gewalt
Leitung: Melanie Büttner (München)

Frauen, die in der Vergangenheit einen Missbrauch oder eine Vergewaltigung erlitten haben, erleben ihre Sexualität oft als problematisch. Überwältigendes Wiedererleben, Dissoziation, Schmerzen beim Sex, Vaginismus und Sensibilitätsstörungen lassen intime Begegnungen zu schwer erträglichen Erfahrungen werden, die vermieden oder auf selbstschädigende Weise erduldet werden. Auch sexuelle Funktionsstörungen sind nach sexueller Gewalt besonders häufig. Andererseits kann es zu sexuellem Risiko- und Suchtverhalten kommen. Partnerschaftprobleme, Trennungen, Beziehungslosigkeit, psychische Krisen und körperliche Erkrankungen zählen zu den typischen Folgen. Der Workshop vermittelt einen Einblick in die Symptomatik traumaassoziierter sexueller Störungen und gibt Empfehlungen zum traumasensiblen Umgang mit Betroffenen im gynäkologischen Alltag.

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16.00 - 17.30 Uhr

Workshop 6: Selbstverletzendes Verhalten junger Mütter
Leitung: Juliane Bohla (Mühlhausen)

In den vergangenen Jahrzehnten konnte eine stetige Zunahme von „Nicht-suizidalen Selbstverletzenden Verhaltens“ (kurz NSSV) in Deutschland beobachtet werden. Schätzungsweise 800.000 Menschen in Deutschland haben sich in ihrem Leben mehrmals selbst verletzt, darunter sind viele Jugendliche. NSSV wird dabei in Fachkreisen definiert als „freiwillige, direkte Zerstörung oder Veränderung des Körpergewebes ohne suizidale Absicht, die sozial nicht akzeptiert, direkt und repetitiv ist, sowie meist zu kleinen oder moderaten Schädigungen führt.“ Häufig tritt dieses Phänomen im breiten Kontext verschiedener psychischer Störungen auf, kann jedoch auch in Abwesenheit einer Diagnose vorherrschen. Die vorrangige Funktionalität besteht dabei für die Betroffenen besonders in der Regulation negativer Affekte wie Trauer, Scham, Wut und Aggressionen, da ihnen zumeist andere Copingstrategien weniger zur Verfügung stehen. Aufgrund dessen erscheinen insgesamt mehr Mädchen und junge Frauen häufiger betroffen zu sein, da diese, anders als Männer, Aggressionen eher gegen sich selbst richten.

Da NSSV aufgrund seiner Effektivität für die Betroffenen eine hohe Stabilität aufweist und dem entsprechend nicht nur eine Phase „pubertären Risikoverhaltens“ darstellt, ist es nur nachvollziehbar, dass die Betrachtung des Themas auch im Bereich „Familienplanung und Elternschaft“ stärker fokussiert werden muss. Frauen, die in ihrer eigenen Lebensgeschichte kaum Erfahrungen von Sicherheit, Liebe, Schutz Zugehörigkeit und Geborgenheit gemacht haben, verbinden mit der Vorstellung der Elternschaft den dringenden Wunsch nach einem Menschen, der ihnen gehört und sie vorbehaltlos akzeptiert. Allerdings beinhaltet die gesunde Entwicklung eines Kindes bekanntermaßen gleichzeitig Herausforderungen und Belastungen, welche wenig „Rücksicht“ auf die psychische Verfassung der Eltern nehmen. Die Mütter geraten dadurch schnell in einen Konflikt zwischen dem Wunsch, eine gute Mutter zu sein und den eigenen starken Bedürfnissen nach Ruhe und Zeit für sich. Aufgrund der massiven psychischen Belastung der Mutter resultiert daraus nicht selten ein Teufelskreis aus kindlicher Verhaltensauffälligkeit und mütterlichen Frustrationen. Aus Angst und Scham werden dies Probleme durch die Mütter verschwiegen bzw. aufgrund mangelnden Störungswissen der Helfersysteme weniger wahrgenommen oder unterschätzt, weswegen entsprechende Hilfen häufig zu spät initiiert werden.

Aufgrund dessen soll dieser Workshop dazu dienen, das Bewusstsein für junge Mütter mit NSSV zu stärken sowie Scham und Scheu hinsichtlich des Umgangs mit dieser Thematik abzubauen. Dabei sollen, neben einem gewissen theoretischen Input, vor allem Fragen und Erfahrungen aus dem praktischen Tätigkeitenfeld der Teilnehmer die Grundlage für Reflexionen und Diskussionen bieten.

Innerhalb der Arbeit auf der Eltern-Kind-Station im Ökumenischen Hainich Klinikum ist ein Ziel, die maladaptiven Beziehungsmuster innerhalb von Familien insoweit korrigierend zu verändern, dass die instabilen Stimmungsbilder der Eltern und hier vorrangig der jungen Mütter sich nicht auf die nächste Generation übertragen. Hierzu soll zudem entsprechend ein Einblick in unsere Arbeit stattfinden.

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Workshop 7: "Wolke 9" - Psychoanalystische Filminterpretation
Leitung: Swetlana Philipp (Jena)

Der Film „Wolke 9“ von Andreas Dresen erschien 2008 in den deutschen Kinos und löste eine sehr angeregte und kontroverse Debatte: es geht um Sexualität und Verliebtheit im Alter. Ist das ein Tabubruch? Eigentlich handelt der Film von einer „ganz normalen“ Liebesaffäre. Die Gesellschaft wird immer älter und dazu gehören Sexualität und Liebe. Aber wir finden in den Medien nicht die dazugehörigen Bilder. Und genau an dieses Thema traut sich Dresen und erzählt von ungestillten Sehnsüchten, der Suche nach dem Glück, Angst vor Vergänglichkeit – und das in einer bestechenden Natürlichkeit, denn die Kamera zeigt die nackten Körper, zeigt Zärtlichkeit und Erotik – und man möchte fragen: warum denn nicht? Wodurch sind unsere „Sehgewohnheiten“ geprägt? Und wollen wir das akzeptieren?

Im Workshop werden wir uns einige Schlüsselszenen anschauen und ins Gespräch kommen. Die Frage nach der Zielgruppe des Filmes und nach der Zielgruppe des Workshops möchte ich einladend offen lassen.

Literatur: Strauß, Bernhard & Swetlana Philipp (2017) (Hrsg.). Wilde Erdbeeren auf Wolke Neun. Ältere Menschen im Film. Heidelberg. Springer.

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Samstag, 14. März 2020

11.00 - 12.30 Uhr

Workshop 8: Nationales Gesundheitsziel "Gesund rund um die Geburt" - wo stehen wir heute und wo wollen wir hin?
Leitung: Ulrike Hauffe (Bremen), Claudia Hellmers (Osnabrück)

Das Bundesgesundheitsministerium hat 2017 das Nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ veröffentlicht. Es wurde 2013–16 von 30 mandatierten gesundheitspolitischen Akteuren und Akteurinnen aus Wissenschaft, Fachverbänden, Patientenselbsthilfeorganisationen, Politik und Selbstverwaltung im Konsens erarbeitet. Auch Vorstands- und Beiratsmitglieder der DGPFG waren aktiv an der Entwicklung dieses wichtigen Gesundheitsziels beteiligt, welches in fünf Unterziele gegliedert wurde:

1. Eine gesunde Schwangerschaft wird ermöglicht und gefördert.

2. Eine physiologische Geburt wird ermöglicht und gefördert.

3. Die Bedeutung des Wochenbetts wird anerkannt und gestärkt.

4. Das erste Lebensjahr wird als Phase der Familienentwicklung unterstützt.

5. Lebenswelten rund um die Geburt werden gesundheitsförderlich gestaltet.

Das Ziel folgt einem salutogenetischen Ansatz und ist entsprechend auf Gesundheit, Wohlbefinden und Partizipation ausgerichtet. Fokussiert wird eine familienorientierte Betreuung und Begleitung in der Schwangerschaft, während der Geburt, im Wochenbett und während der frühen Elternzeit. Es werden verhaltens-, aber auch verhältnispräventive Aspekte thematisiert. Ein gesunder Start ins Leben setzt eine gute Versorgung durch die Expertinnen sowie günstige Rahmenbedingungen für Familien voraus.

Das Gesundheitsziel soll Orientierung geben und vermittelnd wirken. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Hebammen, Ärzt*innen, Psycholog*innen, Fachkräften in den Frühen Hilfen und weiteren an der Betreuung beteiligten Berufsgruppen.

Ein zentraler Folgeschritt ist nun die Implementierung und Umsetzung des Gesundheitsziels in unterschiedlichen Settings und Regionen. Dieser Umsetzung liegen Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz, der Frauenministerinnenkonferenz und der Jugend- und Familienministerkonferenz von 2017 zu Grunde. In einigen Bundesländern wurden dazu bereits erste Wege beschritten. Eine fundierte Umsetzung kann jedoch nur im Rahmen eines breiten Bündnisses gelingen.

Nach einem kurzen Überblick zum Gesundheitsziel und zu den ersten Umsetzungsschritten, soll der Workshop dazu dienen, gemeinsam Ideen für eine Implementierung wichtiger Aspekte zu entwickeln.

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Workshop 9: Die vaginale Untersuchung - Eingriff mit Respekt
Leitung: Colette Gras (Hamburg), Claudia  Schumann (Northeim)

Während die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl für Frauenärzt*innen Routine ist, ist sie für die Frauen ein bedeutsamer Eingriff, der grenzüberscheitend erlebt werden kann. Die Untersuchung „untenrum“ ist oft mit Unbehagen verbunden, für einige mit Angst oder Schmerzen; manche vermeiden sie ganz und gehen deshalb nicht in die frauenärztliche Praxis. Viele Frauenärzt*innen fragen sich, wie sie bei Vaginismus vorgehen sollen oder nach Gewalterfahrung.

Gerade weil die Untersuchung so alltäglich und dennoch „besonders“ ist und weil bislang darüber im Fachgebiet wenig diskutiert wird, scheint es an der Zeit sie mehr in den Fokus zu rücken.

Dabei starten wir von verschiedenen Ausgangspunkten mit dem Ziel, Ergebnisse aus der Forschung (CG) und Erfahrungen aus der Praxis (CS) zusammen zu führen: Wie wird die gynäkologische Untersuchung von Frauen wahrgenommen? Was gibt es für Veränderungs-Ideen und -Strategien für die Untersuchung selbst sowie für die dazugehörige Kommunikation? Was hat sich ganz konkret  im Untersuchungsablauf bewährt? Was tun, wenn eine Frau unerwartet bei der Untersuchung „außer sich“ gerät? Untersuchen Hebammen anders? Welche Auswirkungen haben Haltung und Handeln der Untersuchenden auf das Erleben der Frauen? 

Workshop bedeutet: Ins Gespräch kommen! Zusammen mit Ihnen wollen wir konkrete Handlungsempfehlungen für die psychosomatische Praxis erarbeiten. Dabei setzen wir auf Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen, als Frauen wie als Fachleute. Unser Ziel: Ein reflektierter(er) Umgang mit der vaginalen Untersuchung. Neben der Frage der Indikation beinhaltet das vor allem: Wie lässt sich der „Eingriff“ so gestalten, dass er nicht als „Übergriff“ erlebt wird?

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