Grußwort

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir laden Sie herzlich zur Jahrestagung „Haltung und Handeln“ der Deutschen Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburts-hilfe nach Jena ein und haben für Sie ein interessantes und breitgefächertes Programm organisiert.

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Welt immer unübersichtlicher wird – und folgen denen, die übersichtliche Weltdeutungen und einfache Lösungen für komplexe Zusammenhänge anbieten. Das gilt in der Gesellschaft – und das gilt auch für die Medizin, wo Heilsversprechen Konjunktur haben.

„HALTUNG und HANDELN“ - auch aus diesem Grund haben wir den Jenaer Kongress unter dieses Motto gestellt. Haltung kann man nicht befehlen – Haltung setzt Reflexion voraus und die Selbstbefragung nach der eigenen Position: zu den immer bedrängenderen ökonomischen Zwängen in unserem beruflichen Alltag ebenso wie zu Ausgrenzung und Diffamierung im gesellschaftlichen Zusammenleben. Wir wollen mit Ihnen gemeinsam über unsere Haltung als psychosomatisch-orientiert Tätige zu diesen Fragen nachdenken und die Konsequenzen für unser Handeln diskutieren.

Wir freuen uns sehr, mit Prof. Hartmut Rosa als Impulsgeber einen der renommiertesten deutschen Soziologen gewonnen zu haben, der zu uns über das UNVERFÜGBARE in unserem Leben, in unserer Welt sprechen wird.

Die Hauptsitzungen widmen sich den großen Themen Palliative Medizin, Frühgeburt und deren Langzeitfolgen sowie Sexualität. Einer gewinnbringenden Tradition folgend werden wir zwei gemeinsame Symposien haben, zum einen mit der MARCÈ Gesellschaft zu Peripartalen Psychischen Erkrankungen und zum anderen mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie zu Trauma und Frauengesundheit.

In bewährter Weise werden außerdem Workshops angeboten, die die Themen der Hauptvorträge ergänzen, vertiefen oder neue Aspekte präsentieren. Und natürlich kommt auch die Gruppenarbeit nicht zu kurz – fünf Gruppen mit unterschiedlicher Ausrichtung werden in Jena angeboten.

Neben der fachlichen Arbeit wird das sinnliche Erleben nicht zu kurz kommen. Wir freuen uns sehr, Regina Scheer zu einer Lesung aus ihrem großartigen Roman MACHANDEL in Jena begrüßen zu können, in dem auch eine Missbrauchsgeschichte in den facettenreich erzählten politischen Turbulenzen des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet wird.

Und der Kongress wird wieder tanzen – in einem der ältesten Studentenclubs, dem ROSENKELLER, in den Katakomben Jenas.

Wir hoffen, Sie neugierig gemacht zu haben auf den interessanten Kongress und die alte junggebliebene Universitätsstadt Jena, und freuen uns, Sie im März 2020 dort begrüßen zu dürfen.

Prof. Ekkehard Schleußner

Dr. Judith Rothaug

Prof. Bernhard Strauß

Ankündigungsflyer zum Download